Die Geschichte des ÖKB Ortsverbandes St. Radegund

1933-1945: Die Kameraden unter Ständestaat und Hitlerdiktatur

St. Radegund um 1937Die gesamte politische Entwicklung, die Österreich während der 30er Jahre nahm, spiegelt sich auch im St. Radegunder Kameradschaftsverein wieder. Die Jungschützen gingen 1928 im „Heimatschutz" auf, nach der Errichtung des Ständestaates ließ sich der Kameradschaftsverein anstandslos in den „Vaterländischen Kameradschaftsbund" und die „Front Österreichischer Soldaten" eingliedern.

Mit dem Anschluss an Hitlerdeutschland wurde der Verein zum NS. Reichskriegerbund, und gleichzeitig der „Reichskriegerkameradschaft Kyffhäuser" eingegliedert. Die Beteiligung an Kirchlichen Feien wurde dem Reichskriegerbund noch 1938 untersagt, die alte Traditionsfahne nach Graz abgeliefert und durch eine neue Kyffhäuserfahne ersetzt.

Der Kyffhäuserbund wurde, als Sammelbecken „politisch unzuverlässig" eingestufter Personen und mit seinen 42.000 örtlichen Kameradschaften und 4,5 Millionen Mitgliedern als ernstzunehmende Gefahr für das NSDAP.-Regime nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad 1943 „gleichgeschaltet". Das Verbandsvermögen wurde ohne Liquidation eingezogen, alle Organisationsstrukturen bis zur Kreisebene sistiert und die bestehen verbleibenden Ortsorganisationen wurden den Hoheitsträgern der NSDAP direkt unterstellt. Dieser zwangsweise der NSDAP unterstellte Rest des Bundes wurde mit dem Ende des Dritten Reiches im Jahr 1945 endgültig verboten.

 

Neubeginn als Unterstützungs- und Wohltätigkeitsverein

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man nur als „Unterstützungs- und Wohltätigkeitsverein" sowie als „Heimkehrer- Hilfs- und Betreuungsstelle" wieder eingeschränkte Aktivitäten entfalten. Erst am 12. Februar 1950 gelang es, für den „Wohltätigkeits- und Unterstützungsverein St. Radegund" wieder die behördliche Genehmigung zu erwirken. Wenig später wurde im Seirers Gasthaus „Edelweiß" die erste wieder protokollierte Generalversammlung abgehalten. Noch im selben Jahr konnte man die Rückgabe der Traditionsfahne aus dem Jahr 1925 zu erwirken, neue Mitglieder wurden geworben und der erste „Heimkehrerball" organisiert. Die Tradition, erwirtschaftet Gelder auch bedürftigen Nicht-Vereinsmitgliedern zukommen zu lassen beziehungsweise für die Allgemeinheit einzusetzen wurde ebenfalls 1950 begonnen. Auch die Pflege der guten Kontakte zu Nachbarvereinen setzte nun wieder voll ein. 1953 verzeichnete der aktive Kameradschaftsbund St. Radegund, wie sich der Verein nunmehr nennen durfte, bereits 216 Mitglieder.

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